Die Visitenkarte – des Netzwerkers Arbeitsmittel

Die Visitenkarte zählt unbestritten zu den Basiswerkzeugen, die jeder Netzwerker haben muss!

Obwohl im Zeitalter des Internet 2.0 an allen Ecken und Enden der Eindruck erweckt wird, dass die gedruckte Visitenkarte tot ist, so möchte ich hier das Gegenteil behaupten. Sicher, die "neuen" Lösungen sind häufig schneller und zum Teil bereits automatisiert aber sind sie auch wirkungsvoller?

Hand mit VisitenkarteWerfen wir doch einmal einen Blick nach Japan, das allem technischem sehr aufgeschlossen ist. Hier ist die gedruckte Visitenkarte immer noch vorhanden, obwohl ein Leben ohne Smartphone kaum vorstellbar ist. Wahrscheinlich ist es gerade der ruhige Charm des gedruckten Papiers, der es überleben lässt. Eine Visitenkarte wird in Japan nicht einfach verteilt, sondern man zelebriert regelrecht die Übergabe, indem man sie immer mit beiden Händen und dem Bewusstsein übergibt, dass man dem Empfangenden ein wertvolles Geschenk macht.

Wie anders stellt es sich in unserer westlichen Welt häufig dar. Visitenkarten werden als Streuartikel benutzt und man verkennt die ihr innewohnende Kraft und degradiert sie zum reinen Träger von Adressinformationen – häufig gepflastert mit unnötigen Werbebotschaften. Mitunter sind diese so dominant, dass die eigentlichen Kontaktdaten regelrecht in der Informationsflut untergehen.

Damit Ihre Visitenkarte die optimale Wirkung im Bereich des Netzwerkens bzw. Empfehlungsmarketing entfaltet kann, möchte ich Ihnen nun einige Anregungen für den Aufbau Ihrer Visitenkarte geben.

Ich möchte hierbei dem Wahlspruch" Form follows Function" folgen.

Welche Funktion hat die Visitenkarte im Empfehlungsmarketing?

Warum habe ich das Beispiel aus Japan erzählt? Weil es genau den Kern trifft!
Mit einer Empfehlung mache ich dem Empfänger ein Geschenk, denn ich übergebe mit der Visitenkarte eine wertvolle Information, die dem Empfänger einen – hoffentlich hohen – Nutzen spendet. Die Visitenkarte könnte sogar noch mit einer persönlichen Botschaft versehen werden um den Nutzen weiter zu steigern. Möchten wir dies Ergebnis erreichen, so ergeben sich hieraus einige Anforderungen an den Aufbau und die Gestaltung einer Visitenkarte.

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Wie ist die Form einer für das Netzwerken geeigneten Visitenkarte?

Die grafische Gestaltung wird in der Regel durch die CI – Corporate Identity- vorgegeben, so dass ich hier keine Anmerkungen machen möchte, ausser das weniger häufig mehr ist.

Vielmehr möchte ich Empfehlungen für den Aufbau und technische Aspekte geben. Machen wir uns bewusst, wie Visitenkarten transportiert bzw. aufgehoben werden. Das Mittel der Wahl sind hier häufig Visitenkartenbücher in denen die Karten gut geschützt in kleinen Fächern liegen. Hieraus ergeben sich bereits die ersten Restriktionen. Als Größe sollte immer die Normgrösse von 85x55mm gewählt werden. Ebenso sollte man sich die Frage stellen, ob man wirklich Klappvisitenkarten benötigt. Persönlich würde ich eher hiervon abraten, da sie nur schlecht in die Fächer passen und darüber hinaus auch eine gewisse Aktion vom Empfänger erfordern, weil er sie erst aufschlagen muss um alle Informationen zu erfassen.

Einigen wir uns deshalb auf einfache, zweiseitige Visitenkarten in der Größe 85x55mm als Mittel der Wahl.

Welche Materialien sind geeignet?
Ein immer wieder vorkommendes Ärgernis sind glänzende Visitenkarten, die mit Drucklack überzogen sind. Diese "verkleben" nicht nur mit den Fächern, sondern lassen sich nach einiger Zeit kaum noch ohne Beschädigung entnehmen und hinterlassen häufig Reste in den Fächern. Diese Nachteile gelten leider auch für die innovativen Karten aus Plastik oder anderen hightech Materialien. Insofern empfehle ich Karten aus unlackierten Papier mit einer Mindeststärke von 300g/m2 (besser 400g/m2) Bilderdruck matt im Digitaldruck oder im Offsetdruck hergestellt.

Jetzt die abschliessende Frage, sollten beide Seiten bedruckt werden?

Hier scheiden sich die Geister. Es gibt sowohl Argumente dafür die Rückseite zu bedrucken als auch dagegen. Persönlich empfehle ich, die Rückseite rein weiss zu lassen oder nur einen kleinen dezenten Slogan auf dem unteren Rand zu platzieren.

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Nach meiner Auffassung gehört die Rückseite dem Empfänger oder Übermittler. Hier soll er die Möglichkeit haben, Notizen zu machen, warum es sich um einen lohnenswerten Kontakt handelt oder wo und von wem er die Karte erhalten hat.

Erinnern wir uns, die Übergabe einer Visitenkarte sollte einen Mehrwert für den Empfänger haben und idealerweise mit einem persönlichen Aspekt verknüpft werden. Wie liesse sich dies besser und einfacher umsetzen als durch eine persönliche Botschaft auf der Visitenkarte? Diese Botschaft ist sicher mehr wert, als alle aufgedruckte Werbung, die Sie sich im Vorhinein ausdenken können.

Fassen wir zusammen:
Die – nach meiner Ansicht – für das Empfehlungsmarketing am besten geeignete Visitenkarte hat den folgenden Aufbau:

85x55mm Größe, 1 Seiten, 4/0 farbig, Bilderdruck matt auf 400g/m2 Papier

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Bodo Priesterath

Bodo Priesterath ist einer der führenden Experten für automatisierte Marketing- und Vertriebstechnologien. Als Business Consultant hilft er erfolgreichen Unternehmern durch individuell geplante Marketing- und Vertriebsstrategien dabei, mehr Zeit und Freiheit zu gewinnen, indem sie sich auf das fokussieren was ihre Leidenschaft ist. Automatisierung gepaart mit Individualität ist sein Garant für maximalen Erfolg.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Visitenkarte

    Sehr gute Argumentation, wenn ich auch, bei der Zweiseitigkeit eine andere Meinung habe, ganz wie Sie sagen, da scheiden sich die Geister.
    Bei der Lackierung stimme ich auch nur begrenzt zu, Duftlack ist ein absolutes Unding und meiner Meinung nach absolut unangebracht. Nieman möchte das die Brieftasche nach Pizza/Kaffee riecht… Und Allergiker tun mir auch sehr leid, Duftstoffe überall, sogar auf Visitenkarten. Dennoch würde ich Lacke generell nicht so verurteilen, ein matter Lack kann sehr gut aussehen, ganz von der Karte abhängig selbstverständlich.

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